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Ärztliche Versorgung auf dem Land

thumb NeunkhausenDr.GruebelUnter dem Motto „Die CDU informiert sich“ statteten Mitglieder der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat Bad Marienberg gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Ralf Seekatz der Gemeinschaftspraxis Dr. Matthias Gruebl in Neunkhausen einen Besuch ab. Seit nahezu 20 Jahren praktiziert Dr. Matthias Gruebl in Neunkhausen im Westerwald. Seine Praxisräume hat er von der Gemeinde angemietet.
Bereits vor einigen Jahren legte der dreifache Vater den Schwerpunkt auf die Diabetes, schließlich ist mehr als die Hälfte seiner 1.500 Patienten von dieser Krankheit betroffen. Aus- und Weiterbildungen in seinem neunköpfigen Team führten dazu, dass Anfang diesen Jahres die Anerkennung zur vollzertifizierten Diabetologischen Schwerpunktpraxis ausgesprochen wurde - übrigens die zweite im Westerwaldkreis.
Ein Grund stolz und zufrieden zu sein – gingen die Einnahmen nicht deutlich zurück. Wie Dr. Gruebl in seinen Ausführungen erläuterte, bliebe ihm trotz steigender Patientenzahl immer weniger übrig. Um seinen Lebensstandard für sich und seine Familie halten zu können, arbeite er seit fünf Jahren jedes Wochenende als Notfallarzt. „Das Gesundheitswesen muss vernünftig organisiert werden“, so seine Forderung. Neben der Ärzteknappheit auf dem Land kam der Stundenlohn eines Notarztes zur Sprache, der bei 17,50 Euro liege. Wie die CDU Mitglieder feststellten, für diese hoch qualifizierte Ausbildung, die große Verantwortung gegenüber den Patienten und dem Wochenenddienst ein eigentlich lächerlicher Stundenlohn. „Kein Wunder, dass sich für diesen Dienst niemand mehr bereiterklärt“, so die einhellige Meinung der Anwesenden. Was die Besucher auch aufhorchen ließ, war die Information, dass ein Hubschraubereinsatz so teuer ist wie zehn Notarzteinsätze. „Das sind Fakten und Zahlen, um die sich der Bürger eigentlich keine Gedanken macht“, stellte Christel Krischkowski, Vorsitzende des CDU Gemeindeverbandes Bad Marienberg, fest.
NeunkhausenDr.Gruebel
MdL Seekatz erklärte, dass er auch aus leidlicher Erfahrung selbst wisse, wie schwierig es auf kommunaler Ebene sei, Ärzte für unsere schöne Region neu zu gewinnen. Ob Landeszuschussprogramme hier helfen , stellte Seekatz in Frage. „Dennoch sind wir es unserer Bevölkerung schuldig, für eine entsprechende ärztliche Versorgung auf dem Land zu sorgen. Dies sei in Neunkhausen vorbildlich gelungen, lobte Seekatz den Einsatz der Ortsgemeinde, die durch Ortsbürgermeister Wolfgang Nieß vertreten war.
Für eine angeregte Diskussion sorgte neben dem öffentlichen Nahverkehr auf dem Land auch die Tatsache, dass die Krankenkassen einen Überschuss von 20 Milliarden Euro haben. „Nichts schont die Krankenkassen mehr, als der Ärztemangel“, gab Dr. Gruebl zu bedenken. Für Ärzte mache es keinen Sinn Überstunden zu machen. Voller Lob sprach er von seinem Mitarbeiterteam, auf das er die Woche über sehr angewiesen sei. Denn dann überträgt er ärztliche Leistungen im erlaubten Rahmen an die Diabetes-Beraterinnen und  -Assistentinnen.
„Die Patienten sind mit Recht verärgert. Die Kommunen müssen etwas tun und sich für die Ansiedlung von Ärzten vor Ort einsetzen“, so MdL Ralf Seekatz. Trotz der insgesamt leider schlechten Rahmenbedingungen, muss sich die Politik auf allen Ebenen anstrengen, um die ärztliche Versorgung sicherzustellen.

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