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Arm trotz Arbeit - Was steckt dahinter?

thumb_wbg.realschuleklein12.10Westerburger Realschüler nehmen an bundesweitem Wettbewerb teil
Trotz mehrerer Beschäftigungsverhältnisse kommen manche Menschen finanziell kaum über die Runden. Ein Thema, dass gerade bei Heranwachsenden viele Fragen aufwirft. Ralf Seekatz wurde eingeladen. Die Wahlpflichtfachgruppe „Wirtschaft und Sozialkunde“ (WiSo) der 9. Klassen der Realschule-plus-Westerburg nimmt am bundesweiten „Schülerwettbewerb zur politischen Bildung“ teil.

Die rund 20-köpfige Gruppe hat sich für das Thema „Arm trotz Arbeit“ entschieden. „Im Hinblick auf die bevorstehende Berufswahl ein interessantes und wichtiges Thema“, so Fachlehrerin Sabine Gans. Während der Ausarbeitung kamen viele Fragen auf. Ein guter Grund, einen kompetenten Ansprechpartner aus politischen Kreisen zu einer Gesprächsrunde einzuladen, dachte sich Projektleiterin Laura Reinhardt, die im Team von ihren Schulkameraden Milena Kexel, Mareike Nilges und Michaels Ruß unterstützt wird. Da Westerburgs Stadtbürgermeister zugleich Landtagsabgeordneter in Mainz ist, sprach die Gruppe ihn kurzerhand an. Spontan gab dieser seine Zusage an einer Unterrichtsstunde teilzunehmen und stand nun den Schülern gern Rede und Antwort. Im Fokus des Themas „Arm trotz Arbeit“ steht Maria F. Die junge Frau hat als Friseurin in Sachsen einen vereinbarten Bruttolohn von 3,06 Euro. Obwohl sie 38 Stunden pro Woche arbeitet, kann sie mit ihrem Lohn gerade einmal ihre Miete, Bustickets und Versicherungen bezahlen. Um überhaupt über die Runden zu kommen, arbeitet sie zusätzlich als Kellnerin und Putzfrau. Arm trotz Arbeit - Warum ist das so? Was kann man dagegen tun? In welchem Fall bietet der Staat Unterstützung? Wie sehen sie die Situation persönlich? Wie sieht es mit einem neuen Mindestlohn-Gesetz aus? Diese und andere Fragen standen nun im Mittelpunkt der Gesprächsrunde. Mit einer Arbeitslosenquote von drei bis fünf Prozent sei die Situation im Westerwald verhältnismäßig gut, so Seekatz. „Schwarze Schafe gibt es immer“, sagte er hinsichtlich der Ausbeutung von Arbeitnehmern. Gerade beim Mindestlohn gingen die Meinungen sehr stark auseinander. Konkurrenzkampf und Wirtschaftlichkeit seien Gründe, weshalb viele Firmen Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Deshalb sei es wichtig, nicht für alle Bereiche einen Mindestlohn festzulegen, äußerte sich Seekatz. „Die Politik kann nur die Rahmenbedingungen schaffen. Letztendlich liegt es an den Unternehmern“, erläuterte der Landtagsabgeordnete weiter. Aufgabe der Kommunen sei es, mit guten Verkehrsanbindungen, Einkaufsmöglichkeiten und Bildungseinrichtungen eine gute Infrastruktur zu schaffen. Es müssten Anreize gegeben werden, Arbeit zu suchen und auch zu finden. „Ohne Schulabschluss und qualifizierte Ausbildung ist es auf dem Arbeitsmarkt sehr schwer“ so Seekatz. Nicht zuletzt aus diesem Grund riet er den Anwesenden: „Trefft eure Berufswahl sehr sorgfältig!“ Steigende Sozialkosten, Unterstützung durch „Die Tafel“ und Hartz IV, und die enorme Verschuldung Deutschlands beschäftigten ebenfalls die Jugendlichen. Nach einem kurzen Rückblick über seinen politischen Werdegang forderte Seekatz die Schüler auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich politisch zu engagieren.

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