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Die Sprachentwicklung individuell fördern

thumb_hachenburgsprachschuleMdL Ralf Seekatz besuchte „Schule am Rothenberg“

Jedes Kind hat eine individuelle Sprachentwicklung. Gibt es große Probleme, sollten sprachsonderpädagogische Fördermöglichkeiten genutzt werden. Die „Schule am Rothenberg“ in Hachenburg ist hier seit mehr als 25 Jahren kompetenter Ansprechpartner.

Im Mai diesen Jahres feierte die „Schule am Rothenberg“ in Hachenburg ihr 25-jähriges Bestehen. Diese Schule unterrichtet ganztags  Grundschüler mit besonderem Förderbedarf im Bereich Sprache. Als besonders effektiv und sinnvoll erweist sich dabei auch die frühe Förderung in Förderschulkindergartenklassen für die vom Schulbesuch zurückgestellten Kinder (www.schule-am-rothenberg.de).

Zu den zahlreichen Gratulanten gehörte auch der Mainzer Landtagsabgeordnete Ralf Seekatz. Jetzt besuchte dieser erneut die Bildungseinrichtung, um sich vor Ort über die Arbeit der Schule  und die Anliegen der Elternschaft zu informieren. Begleitet wurde der Landespolitiker von der Beigeordneten der Verbandsgemeinde Hachenburg, Annerose Kind, und dem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Karl-Heinz Boll.  Schulleiter Hans-Peter Augel, Konrektorin Martina Müller und der ehemalige Schulelternsprecher Christoph Rabsch hießen die Besucher herzlich willkommen. Sie gaben einen Einblick in den Alltag der Bildungseinrichtung, die für die Landkreise Westerwald und Altenkirchen zuständig ist und die in Trägerschaft des WW-Kreises liegt. Schon jetzt liegen über 30 Anfragen für einen Schulplatz für das nächste Schuljahr vor. Im vergangenen Jahr waren es über 90. Obwohl man aufgrund des vorliegenden sprachsonderpädagogischen Förderbedarfs eigentlich rund 60 Kinder hätte aufnehmen können, wurden nur 27 eingeschult. Hintergrund ist, laut  Seekatz, dass Förderschulen zwar nicht abgeschafft, aber auch nicht entsprechend dem Bedarf ausgebaut werden sollen. Der sonst von der Landesregierung so hoch gepriesene Elternwille wird hier einfach ignoriert, so Seekatz. Ersatzweise sollen die Kinder mit besonderem Förderbedarf in den Schwerpunktschulen „gleichwertig, aber andersartig“ gefördert werden.

Während man in Hachenburg mit der Sach- und der Personalaustattung sehr zufrieden sei, werde der Platzmangel mehr und mehr zum Problem. Die Schule sei nicht bedarfsgerecht ausgebaut. Container bieten zwar zusätzlichen Raum, doch die enorme Nachfrage mache deutlich, dass weiterer Bedarf bestehe. „Der  Elternwille sollte entscheidend sein. Doch der  politische Wille ist nicht da“, brachte es Christoph Rabsch, Vater eines ehemaligen Schülers, auf den Punkt. „Eine qualifizierte sprachsonderpädagogische Förderung  in den Schwerpunktschulen, ist nach Meinung  von  betroffenen Eltern, nicht mit der Förderung in der Förderschule Sprache  vergleichbar. Daher  wünschen sie für ihre Kinder eine Beschulung in einer Förderschule Sprache. “, informierte Schulleiter Augel die Besucher. Überaus wichtig sei, dass das Umfeld mitspiele und insbesondere die Eltern die intensiven Förderbemühungen der Schule tatkräftig unterstützen. Da der Wechsel zur Grundschule in der Regel nach zwei Jahren erfolge, laste auf Kindern, Eltern und Pädagogen ein enormer zeitlicher Druck. Lediglich Härtefälle, wo weiterhin noch ein hoher Sprachförderbedarf bestehe, könnten mit Ausnahmegenehmigung bis zum Abschluss der vierten Klasse bleiben. Die Möglichkeit, auf weiterführende Schulen wie Realschule und Gymnasium zu gehen, sei allemal gegeben. „Es betrifft Kinder aus allen Schichten.“, berichtete Konrektorin Müller. Trotz der intensiven Förderung in der Schule am Rothenberg, haben manche Kinder beim Übergang nach dem 2. Schuljahr in die Grundschule  Probleme. „Klassenstärke, Lärmpegel und der Mangel an individueller Förderung führen unter anderem zu erschwerten Bedingungen für diese Kinder im Schulalltag  in den Regelschulen“, erläutere Christoph Rabsch.  Was nicht nur ihn als engagierten Vater ebenfalls beschäftige, sei die Frage, auf welcher Grundlage die Budgetierung der Schülerzahl der Schule am Rothenberg festgelegt werde. Weiterhin erscheint den Eltern die zeitliche Begrenzung „ besondere Förderung bis zum Ende des 2. Schuljahres“ schwer vermittelbar.  „Jetzt bekommen wir Eltern neue Steine in den Weg gelegt“, ärgert sich Rabsch. Grund dafür ist, dass die Eltern nur noch in Ausnahmefällen, Kinder mit vermutetem besonderem Förderbedarf direkt an der von ihnen gewünschten Förderschule anmelden dürfen. Nach der neuen Regelung sollen alle schulpflichtigen Kinder in der zuständigen Grundschule angemeldet werden. Diese beantragt dann über ein spezielles Portal die Feststellung des besonderen Förderbedarfs. Wie im Gespräch zu erfahren war, lege die Landesregierung Wert auf die Integration von behinderten und entwicklungsverzögerten Kindern. „Es können doch nicht alle über einen Kamm geschoren werden. Die individuelle Förderung des Nachwuchses sollte uns am Herzen liegen!“, warf MdL Ralf Seekatz verständnislos ein. „Ziel der rheinland-pfälzischen Regierung ist der Rückgang der Schülerzahlen in den Förderschulen und ein Zuwachs von integrierten Kindern in den Regelschulen, an denen die betroffenen Kinder möglichst viel am normalen Unterricht teilnehmen sollen. Dafür würden zwar zusätzliche  Förderlehrer eingestellt, die sich jedoch in den Grundschulen nicht so um die betroffenen Kinder kümmern könnten, wie dies eigentlich notwendig sei“, gab MdL Ralf Seekatz zu Bedenken. „Hachenburg würde sich als Kompetenzzentrum Sprache anbieten und könnte neben der Förderschule Sprache  zu einer Anlauf- und Beratungsstelle für betroffene sprachentwicklungsverzögerte Kinder der Region werden“, antwortete  Rektor Augel auf die Frage des Landtagsabgeordneten nach Standortentwicklungsmöglichkeiten. Seekatz bedankte sich für das informative Gespräch, welches Anlass gebe, viele Fragen an die Landesregierung zu stellen z.B. wie mit dem hohen Bedarf an Schülerplätzen bei vorliegendem Elternwille und Förderbedarf künftig umgegangen werde .

hachenburgsprachschule

von links: Annerose Kind, Karl-Heinz Boll,MdL Ralf Seekatz, Schulleiter Hans-Peter Augel, Christoph Rabsch und Konrektorin Martina Müller.

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