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Sprachliche Kompetenzen im Ländervergleich

Ländervergleich zur Überprüfung der Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Englisch und Französisch

Hintergrund: Dieser neue Ländervergleich ersetzt die bisherigen PISA-Vergleichstests. Er basiert auf den deutschen Bildungsstandards, auf die sich die Bundesländer zu den einzelnen Themengebieten geeinigt haben. Die Landesregierung hat in dieser Woche mehrmals die Ergebnisse der oben genannten Untersuchung in der Form bewertet, dass Rheinland-Pfalz in die Spitzengruppe vorgerückt sei.


Ergebnisse: Wahr ist, dass Rheinland-Pfalz in den verschiedenen Kategorien die Plätze 3 bis 8 einnimmt. Jedoch sagt die Reihenfolge relativ wenig über die realen Unterschiede der Leistungen aus. Bei einer Größenordnung von durchschnittlich 500 vergebenen Punkten pro Land  ist der Unterschied zwischen zwei Ländern in der Größenordnung von bspw. zwei bis fünf Punkten nicht wirklich aussagekräftig. Die Länderergebnisse wurden deshalb jeweils in die drei Kategorien „keine signifikanten Abweichungen vom deutschen  Mittelwert“, „signifikant über dem deutschen Mittelwert“ und „signifikant unter dem deutschen Mittelwert“ gegliedert. Rheinland-Pfalz wird in allen Kategorien attestiert „nicht signifikant vom deutschen Mittelwert“ abzuweichen. Allein die christdemokratisch regierten Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern liegen  durchgängig „signifikant über dem deutschen Mittelwert“. 

Für eine seriöse Interpretation der Daten ist auch von Bedeutung, dass nur die beiden Fächer Deutsch und Englisch in den Vergleich mit eingegangen sind. An den Französischprüfungen beteiligten sich nur sechs Bundesländer. Entgegen der PISA-Ergebnisse bleiben naturwissenschaftlich-mathematische Aufgaben vorerst außen vor. Der Zeitraum der Erhebung war das Jahr 2008/2009, also vor Einführung der Realschule plus und vor Gründung einer ganzen Reihe von Gesamtschulen im Land. Genauso wenig haben, entgegen der Aussagen der Landesregierung, die Maßnahmen im Kindertagesstättenbereich (Sprachförderung, Beitragsfreiheit) keinen Beitrag zu den Ergebnissen leisten können, da diese Kinder noch lange nicht die neunte Klasse erreicht haben. Der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialem Status (Sozialgradient) liegt in Rheinland-Pfalz  nahe dem Bundesdurchschnitt oder genau auf den Durchschnittswerten. Die CDU-regierten Bundesländer Thüringen, Sachsen und Hessen erreichen auf diesem Gebiet deutlich bessere Werte als Rheinland-Pfalz. Auf dem Gebiet der Geschlechterungleichheit belegt Rheinland-Pfalz mittelmäßige Werte. In den Kategorien, die über den Zusammenhang von Geschlecht und Lernleistungen Aussagen treffen, belegt Rheinland-Pfalz in drei von fünf Kategorien die 3., 4. und 6. schlechteste Platzierung.
CDU-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz Info 8/2010 – Bildungspoliti

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