MdL Ralf Seekatz: Gewährleistung einer menschenwürdigen und fürsorgenden Pflege ist ein wichtiges ThemaWbg. EVIM Woche der Pflege 04 2019.1

„Wie wir mit pflegebedürftigen Menschen umgehen, sagt viel über unsere Gesellschaft“, so der örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Ralf Seekatz, zur „Woche der Pflege“ seiner Fraktion. Die Gewährleistung einer menschenwürdigen und fürsorgenden Pflege sei eine der größten von der Politik zu bewältigenden Herausforderungen und

zugleich eine Verpflichtung, so Seekatz: „Mit der „Woche der Pflege“ rücken wir dieses Thema in den Mittelpunkt“.

„Gute Pflege bedeutet, dass der pflegebedürftige Mensch im Fokus steht. Hier gibt es erheblichen Verbesserungsbedarf. Gelingen kann gute Pflege nur, wenn wir ausreichend Pflegekräfte haben, die angemessen bezahlt werden und in gute Arbeitsbedingungen eingebunden sind. Während unserer „Woche der Pflege“, werden die Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion rund 50 Termine rund um das Thema Pflege wahrnehmen. In diesen Terminen und Begegnungen vor Ort, in Einrichtungen und mit Betroffenen, in Fachgesprächen mit Verbänden, Kammern und Versicherungen wollen wir ganz konkrete Erfahrungen sammeln.“

Wbg. EVIM Woche der Pflege 04 2019.2

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ralf Seekatz besuchte dieser Tage das Senioren- und Pflegeheim EVIM Gertrud-Bucher-Haus in Westerburg, um einen aktuellen und realen Einblick in die Herausforderungen des Pflegesektors zu gewinnen.

Neben Einrichtungsleiterin Renate Schlag hießen ihn auch Frank Kadereit von der Geschäftsführung sowie Judith Hommrich (Pflegedienstleitung) und Ilka Müller (Prokuristin der EVIM Altenhilfe) herzlich willkommen.

Wie im Gespräch klar wurde, zählen die Erhöhung des Personalschlüssels, eine konkurrenzfähige Bezahlung sowie eine generalistische Ausbildung zu den zentralen Forderungen. Wichtig sei es aber auch, dass die pflegenden Berufe mehr wertgeschätzt werden.
Die Einrichtung seit mit derzeit 90 Bewohner gut ausgelastet. Von den 104 Mitarbeitern arbeiten 59 in Vollzeit und sieben sind in Ausbildung. In der Pflege selbst sind etwa 37 Mitarbeiter beschäftigt. Hinsichtlich der Personalausstattung machte Renate Schlag deutlich, dass der Bedarf größer wäre. Derzeit betreut eine Pflegekraft 10 bis 12 Bewohner. Realistisch wäre ein Verhältnis eins zu acht, was somit 20 Prozent mehr Pflegekräfte bedeuten würde.

Wbg. EVIM Woche der Pflege 04 2019.1
Doch hiernach suchen die Pflegeeinrichtungen händeringend. Wie im Gespräch zu erfahren war, sei die Bezahlung in den Krankenhäusern besser. „Die Konkurrenzsituation wird sich noch verschärfen“, gab Seekatz zu bedenken.
Der Trend gehe zu Vollzeitstellen. „Wir sind tarifgebunden“, berichte die Einrichtungsleiterin. Bei Langzeiterkrankungen der Mitarbeiter müsse dies gegebenenfalls mit Zeitarbeitsfirmen aufgefangen werden. Doch die Kosten für die Einrichtung betragen dann das Doppelte.
Ein großes Problem seien aber auch die körperliche und psychische Belastung des Pflegepersonals. „Hier hat sich viel geändert, unsere Mitarbeiter werden anders gefordert“, erläuterte Hommrich.
Zur Sprache kam schließlich auch die neue Qualitätsprüfung. Zweimal im Jahr müssen 98 Fragen beantwortet werden. Neben der prekären Situation werde somit die Arbeitsverdichtung weiter erhöht. Diese Maßnahme sei richtig und wichtig, aber an die Basis werde dabei nicht gedacht. „Sämtliche Prüfbehörden halten uns von der Arbeit am Menschen ab“, oben die Mitarbeiter der Einrichtung hervor. Weitere Themen waren die ambulante und die stationäre Versorgung der Pflegebedürftigen. Zur Pflege in den eigenen vier Wänden gab Seekatz zu bedenken: „Vom Wunschgedanken her wäre das schön. Die Realität sieht oft anders aus“. Oftmals seien die Angehörigen überfordert, bestätigte auch die Einrichtungsleiterin. „Wir bekommen fast täglich verzweifelte Anrufe von Angehörigen, die einen Pflegeplatz suchen“, so Schlag. Doch ab einem gewissen Pflegegrad greifen erst die Pflegeversicherung und die Sozialhilfe. Wenn dem nicht so ist, müssen die Kosten selbst getragen werden. „Wir lassen die Menschen allein“, gab Kadereit zu bedenken.
„Ihre Anregungen nehme ich gerne mit“, so Seekatz, der sich für das offene Gespräch bedankte.