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„Realschule plus“ bleibt weiterhin Thema

Die Entscheidung des Bildungsministeriums in Mainz, welches den Antrag für zwei "Realschulen plus" in Westerburg ablehnte, möchten weder die Verbandsgemeinde Westerburg als Träger noch Schulleitung und Elternschaft der beiden betroffenen Schulen so einfach hinnehmen. Auf Initiative von MdL und Stadtbürgermeister Ralf Seekatz fand nun in der Geschwister-Scholl-Realschule eine Gesprächsrunde im kleinen Kreis statt, um über die weitere Vorgehensweise zu beratschlagen.

Neben dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg - Gerhard Loos als Träger - nahmen Schulleiter Thomas Giehl und Konrektorin Mirjam Hübner von der Rolf-Simon-Schaumburger-Hauptschule sowie Schulleiter Stephan Unnold-Hummel und Konrektor Michael Bednorz von der Geschwister-Scholl-Realschule teil. Im Gespräch wurde die aktuelle Situation dargelegt: Zum Schuljahr 2009/2010 gibt es in Westerburg keine Realschule plus. Zur Zeit besuchen 800 Schüler die Realschule und 350 Schüler die Hauptschule. Aufgrund der Anmeldedaten der VG Wallmerod bezüglich der Integrativen Schule Salz, die bereits zur Realschule plus ernannt wurde, ist eine „Abwanderung“ aus der VG Westerburg zur VG Wallmerod festzustellen. Von den dort angemeldeten rund 80 Schülern kommt die Hälfte aus der Verbandsgemeinde Westerburg (Gemünden 3, Guckheim 11, Kaden 16 und Westerburg 11). An der Marie-Curie-Realschule Bad Marienberg wurden ebenfalls Kinder aus der VG-Westerburg angemeldet (Langenhahn 2 und Höhn 2). Die Hauptschule in Höhn bleibt auch im kommenden Schuljahr bestehen und bildet wieder eine eigene 5. Klasse. Hier wurden bereits 13 Kinder angemeldet, wovon 1 Kind in Westerburg wohnhaft ist.

Wie von VG-Bürgermeister Gerhard Loos zu erfahren war, sieht der Schulentwicklungsplan des Westerwaldkreises vor, dass die Hauptschule Höhn aufgrund der sinkenden Schülerzahlen in den nächsten Jahren aufgelöst wird.„Die Unsicherheit der Eltern spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wäre die Landesregierung dem Vorschlag der ADD gefolgt, hätten wir sicher die benötigte Schülerzahl erreicht“, beschrieb Seekatz die weiterhin verzwickte Situation anhand der vorliegenden Anmeldezahlen. Wie die Prognose der Übergänger aus den Grundschulen in weiterführende Schulen des Westerwaldkreises belege, sei die Schülerzahl in der VG-Westerburg in den nächsten Jahren relativ gleich. „Es kann doch nicht sein, dass Einrichtungen wie die Regionale Schule in Salz an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen und die Hauptschule in Westerburg bald leer steht“, wies Loos auf die räumlichen Gegebenheiten hin. Unnold-Hummel führte an, dass in kleineren Systemen pädagogisch besser gearbeitet werden könne als in einem großen System mit mehr als 1.000 Schülern.

Auch die Eltern der beiden betroffenen Schulen unterstützen das Konzept. So wird sich nun der Schulelternbeirat der Hauptschule an den Landeselternbeirat wenden. Fakt ist, dass es in Zukunft keine Hauptschulen und keine Realschulen in der bisherigen Form mehr geben wird. Die Kinder gehen nach der Grundschule entweder auf das Gymnasium, auf die Integrierte Gesamtschule oder auf die Realschule plus. In der 5. und 6. Klasse gibt es keine Trennung in Hauptschul- oder Realschulklassen, auch nicht in einzelnen Fächern. Alle Fächer werden also gemeinsam unterrichtet. Erst ab der 7. Klasse müssen Schullaufbahnentscheidungen getroffen werden. Wünschenswert für Westerburg seien die im Konzept dargelegten zwei eigenständigen Systeme, die ein optimales Angebot für Eltern und Schülern bieten würden. Beide Schulen befürworten eine gemeinsame Orientierungsstufe. Auch damit geht der Schulentwicklungsplan konform. Bei der integrativen Form, die von der RSS-Hauptschule mit Ganztagsangebot angestrebt wird, könnten die Schüler länger gemeinsam lernen (gemischte Klassen bis Ende 9. Schuljahr).

Die Schülerinnen und Schüler blieben zusammen im Klassenverband und würden nur in einzelnen Fächern in verschiedene Kurse eingeteilt. Es bliebe lange offen, ob der Abschluss der Berufsreife oder der Mittlere Schulabschluss erworben werden kann. Zudem soll hier ein Schwerpunkt auf individuelle Förderung gelegt werden. Die kooperative Form, die von der GS-Realschule (als Halbtagsangebot) angestrebt wird, betreffe ebenfalls die Jugendlichen ab der 7. Klassenstufe. Sie würden in abschlussbezogene Klassen eingeteilt. Auch hier würde die Durchlässigkeit der beiden Bildungsgänge - insbesondere nach oben - lange bestehen. Am Montag, 27. April, soll in Westerburg ein Gespräch mit Ottmar Schwinn (Leiter Stabsstelle Schulstrukturentwicklung, Karl-Heinz Held (Leiter Schulentwicklungsplanung und schulische Qualitätsentwicklung) vom Ministerium für Bildung, Wirtschaft, Jugend und Kultur aus Mainz sowie Vertretern der ADD (Außenstelle Schulaufsicht) stattfinden.

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